Geschichte der Villacher Stadtbrauerei

Villacher ist nicht nur Österreichs südlichste Brauerei, sondern auch eine der bekanntesten Biermarken des Landes. Seit fast 300 Jahren entsteht hier Villacher Bier nach höchster Braukunst.

 

Historisches Gruppenfoto von Männern vor großen Weinfässern, in festlicher Kleidung, umgeben von Weinzubehör.

1738

Vom Gasthaus zum Bierklassiker

Alles beginnt 1738 mit einem Gastwirt namens Jakob Fischer. Er braute sogenanntes Steinbier – dabei wurde die Würze nicht mit Feuer, sondern mit heißen Steinen gekocht. Klingt wild? War es auch. Und typisch für die Region: In Villach gab es diese Steinbierbrauereien bis 1917.

1858

Die Geburtsstunde der Villacher Stadtbrauerei

1858 wird aus der Steinbierbrauerei eine moderne Dampfkessel-Brauerei – das ist die eigentliche Geburtsstunde der Villacher Stadtbrauerei. Den Namen „Villacher“ trägt sie offiziell ab 1900, mit der Verleihung des Villacher Stadtwappens.

Historische Ansicht der Brauerei in Villach, mit Gebäuden, einem Turm und umgebender Natur.
Porträt eines älteren Mannes mit Schnurrbart, Anzug und dezentem Hintergrund in warmen Farbtönen.

1911

Der Mann, der alles verändert hat

Wesentlichen Anteil daran hatte Johann Koutnik, der als Visionär die Brauerei in ein neues Zeitalter geführt hat. Als Braulehrling, Braumeister und in Folge Brauereibesitzer (durch Hochzeit mit der Tochter Anna Fischer) gelang es ihm in wenigen Jahren die Absatzmenge so zu steigern, das aus der kleinen Haus- eine Großbrauerei entstand.

Ebenso war Koutnik bemüht, die Modernisierung der Brauerei stets voranzutreiben wie z.B. den Einbau einer künstlichen Kühlung für den Gär- und Lagerkeller bzw. die Umstellung auf elektrischen Betrieb im Jahr 1911.

👉 Kurz gesagt: Koutnik brachte Villacher ins Industriezeitalter.

1919

Zusammenschluss & schwere Zeiten

1919 entsteht gemeinsam mit Gösser, Reininghaus und Puntigam die Vereinigte Kärntner Brauereien AG (50% der VKB waren durch Fusion schon bei den oben genannten 3; seit 1919 haben nur noch die Mehrheitsanteile Koutnik gehört)– Villacher ist von Anfang an ein starker Teil davon.

Der Zweite Weltkrieg trifft Villach hart:
Die Stadt ist eine der meist zerstörten Österreichs, auch die Brauerei wird schwer beschädigt – aber wieder aufgebaut und modernisiert.

 

Bronzene Plakette an einer Steinmauer mit dem Wappen und der Inschrift „Vereinigte Kärtner Brauereien Aktien-Gesellschaft“.
Reihe von roten Oldtimer-Lkw vor einer Fabrik mit großen Fenstern, nostalgische Atmosphäre, klarer Himmel.

1941

Familie, Wandel & neue Eigentümer

Nach dem Tod Koutniks (1941) bleibt die Brauerei lange in Familienhand – zuletzt bei Madeleine Herberstein (Enkelin von Koutnik).

1993

Übernahme der Schleppe Brauerei Klagenfurt in die VKB AG (Kreativbiere)

Historisches gelbes Gebäude mit moderner Fassade, umgeben von Bäume und einem grauen Parkplatz, unter blauem Himmel.
Luftaufnahme einer Stadt mit Wohn- und Industriegebäuden sowie einem großen Flachdach mit Solarpanelen.

2005

Ab 2005 wird kräftig investiert seitens VKB

  • neues Sudhaus, Gär- und Lagerkeller
  • vollautomatische Filtration
  • moderne Fass- & Flaschenabfüllung

2015 – 2026

2015: Übernahme von Villacher seitens BrauUnion
2024: Schrittweiser Umbau zur jetzigen Villacher Stadtbrauerei
2026: Eröffnung der Stadtbrauerei

Historisches Brauereigebäude mit Turm, angrenzenden Strukturen und grüner Fläche, umgeben von städtischer Umgebung.

Weniger verzapfen, mehr zapfen!